| Nach dem Hochwasserschaden
und dem Umzug des Parlaments nach Berlin wurde eine neue
Nutzung für die zum Teil fertig gestellten Gebäude
im Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland, der
Deutschen Welle, gefunden. Die verschiedenen Organisationseinheiten
des Funkhauses (Sende- und Produktionskomplexe, Redaktionen
für 65 Fremdsprachen, Verwaltung, rundfunktechnische
Werkstätten und Labors, umfangreiches Aus- und Fortbildungs-zentrum,
Monitordienst, insgesamt ca. 1500 Mitarbeiter) werden
in einen Gebäudekomplex aus neun Häusern (ca.
40000m²) und fünf Untergeschossen (ca. 100000m²)
untergebracht.
Unsere Aufgabe war es die Leistungsphase 8 der HOAI im
gesamten Bereich der Kommunikations- und Sicherheits-technik
zu realisieren. Im einzelnen waren das die Installationen
im Bereich der Datentechnik, Sprechanlage, Brandmeldeanlage,
PVA Anlage, Zutrittskontrollsystem, Fluchttürsteuerung,
ELA-Anlage, Doppelboden, Behinderten-Rufanlage, Telefonverkabelung,
Parkleitsystem, Videoüberwachung innen und außen
sowie der Einbruchmeldeanlage.
Die gesamte Datentechnik wurde als sogenanntes Fiber-To-The-Desk-System
in Glasfasertechnologie ausgeführt. Neben den überragenden
übertragungstechnischen Eigenschaften bietet dieses
System eine Vielzahl von Randparametern, die eine Installation
in einem großen Gebäude vereinfacht:
- Entfall der 90 m Längenrestriktion und damit
Verzicht auf Etagenverteiler
- Erheblich verringerter Verlegesystembedarf im Vergleich
zu einer Kupfer Kat6/Kat7- Verkabelung gleicher Anschlussdichte
- Deutliche Reduzierung der Brandlasten auf den Kabelwegen
- Keine EMV Probleme
Die für dieses System notwendigen Zentralenräume
ließen sich in den Untergeschossen unterbringen.
Die Anbindung an die einzelnen Etagen erfolgte über
vertikale Kabelschächte.
Die Strukturierte Verkabelung erfolgte wie folgt:
- Das Primärnetz vermascht das Rechenzentrum mit
dem Datenhauptverteiler und dem Sendedatenverteiler
(welcher gleichzeitig als Havarie-Rechenzentrum genutzt
wird)
- Im Sekundärbereich werden die Bereichsverteiler
in jedem Haus in einer Doppel Sternstruktur an den Datenhauptverteiler
und Sendedatenverteiler angebunden.
- Die Tertiärverkabelung erfolgte in jedem Haus
vom Bereichsverteiler über vertikale Kabelschächte
und estrichüberdeckte Bodenkanäle zu den einzelnen
Arbeitsplätzen.
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